Chlothilde

Namenstage: Klothilde

Funktion: Heilige, Frankenkönigin

Gedenktag: 3. Juni

Diözese Lausanne-Genève-Fribourg: 4. Juni

Patronat: der Frauen, Notare und Lahmen; gegen Fieber, Kinderkrankheiten und plötzlichen Tod; Helferin bei der Bekehrung des Ehegatten

Chlothilde, geboren um 474 in Lyon als Tochter des burgundischen Teilkönigs Chilperich I. (um 443–80), kam nach der Ermordung ihrer Eltern nach Genf in die Obhut ihres Onkels Godegisel, der die junge Christin 493 mit dem heidnischen Frankenkönig Chlodwig I. (481–511) verheiratete. Auf ihr Bitten hin ließ sich ihr Gemahl nach einem Sieg über die Alamannen an Weihnachten 498 in Reims von Bischof Remigius als erster germanischer Herrscher taufen, was zur Folge hatte, dass Tausende von Untertanen dem Beispiel ihres Königs folgten und somit bald das ganze Frankenreich katholisch war. Chlodwig wiederum sicherte noch kurz vor seinem Tod auf der 1. Reichssynode 511 der fränkischen Monarchie durch die Beteiligung an der Einsetzung der Bischöfe wesentlichen Einfluss auf die Kirche.

Chlothilde, die mehrere Kirchen stiftete, zog sich nach dem Tod ihres Mannes und der Aufteilung des Reiches unter ihre vier Söhne in das Kloster Saint-Martin in Tours an der Loire zurück, wo sie sich durch Frömmigkeit und Mildtätigkeit auszeichnete und am 3. Juni 544 starb. Ihr Leichnam wurde in die von ihr gestiftete Kirche der hl. Genoveva in Paris überführt. Ende des 18. Jahrhunderts wurden ihre Reliquien aber während der Französischen Revolution vernichtet.

Darstellung: als Almosen austeilende Königin, oft zusammen mit ihrem Gatten Chlodwig

Attribute: Krone, Zepter, Schleier, Kirchenmodell, Wappenschild mit drei Lilien (Wappen des französischen Königshauses der Bourbonen)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010