Ignatius von Loyola (Íñigo López de Loyola)

Namenstage: Ignaz, Ignatius

Funktion: Heiliger, Ordensgründer, Mystiker

Gedenktag: 31. Juli

Patronat: des Jesuitenordens (Societas Jesu/SJ); der Exerzitienhäuser und geistlichen Übungen; der Kinder, Schwangeren und Soldaten; gegen Fieber, Dämonen, Zauberei, Gewissensbisse, Viehkrankheiten, Pest und Cholera; Helfer bei schweren Entbindungen

Íñigo López Oñaz de Recalde y Loyola wurde im Jahr 1491 als letzter Spross einer spanischen Adelsfamilie geboren, deren Schloss Loyola im Baskenland lag. Mit etwa 15 Jahren kam er an den Hof der Königin Isabella von Kastilien und erhielt dort eine gute Ausbildung. Als Offizier der königlichen Truppen führte er ein standesgemäßes Leben am Hof, das den nicht allzu strengen Umgang mit Alkohol und Frauen wohl einschloss. Das alles änderte sich, als Íñigo 1521 bei der Verteidigung Pamplonas gegen die Franzosen eine schwere Verletzung am Bein erlitt, die ihn monatelang aufs Krankenlager zwang. Dort soll er durch die Lektüre einer Lebensgeschichte Jesu (geschrieben von dem Kartäuser Ludolph von Sachsen) und anderer heiligen Schriften einen Sinneswandel erlebt haben.
Tatsächlich begab sich Íñigo nach seiner Genesung im Jahr 1522 zunächst ins Benediktinerkloster »Nuestra Señora de Montserrat«, gab dort symbolisch seine
Waffen ab und zog sich dann für ein Jahr in ein Waldstück zurück, wo er in einer Höhle ein Eremitendasein führte. Hier lebte er in strenger Askese und soll auch eine Vision der Mutter Gottes gehabt haben, der er künftig als geistlicher Ritter dienen wollte. In dieser Zeit verfasste Íñigo auch seine »Exercitia spiritualia« (Geistliche Übungen). In den Jahren 1523/24 pilgerte Íñigo ins Heilige Land; nach seiner Rückkehr ging der schon über 30-Jährige nach Barcelona, um dort Latein zu lernen. Anschließend begab er sich zum Studium an die Universitäten Alcalà de Henares und Salamanca. Dort geriet er mit der Inquisition in Konflikt; es wurden ihm gotteslästerliche Reden und unerlaubte Priestertätigkeit vorgeworfen, doch erfolgte keine Verurteilung. 1528 reiste Íñigo nach Paris, um seine Kenntnisse in der lateinischen Sprache, der Philosophie und der Theologie zu vertiefen. Bald hatte Íñigo, der sich in Paris erstmals Ignatius von Loyola nannte, mehrere seiner Mitstudenten zum frommen Leben bekehrt, darunter Franz Xaver (Heiliger) und Petrus Faber (Seiliger). Mit sechs seiner Kommilitonen legte Ignatius am 15. August 1534 in der Marienkapelle des Montmartre ein Gelübde der Keuschheit und der Armut ab und gelobte, im Heiligen Land die Ungläubigen zu bekehren bzw. dem Papst seine Dienste zur Verfügung zu stellen. In der Gegenreformation sollte dieser Kreuzzugsgedanke noch eine wichtige Rolle spielen. 1537 beendete Ignatius seine Studien in Paris mit dem Grad eines Magisters, im gleichen Jahr erhielt er die Priesterweihe und begab sich nach kurzem Aufenthalt in Spanien mit seinen Freunden nach Rom, um dort beim Papst vorstellig zu werden. Sie nannten sich selbst »Gesellschaft (Compania de) Jesu«. 1540 wurde die Gesellschaft von Papst Paul III. bestätigt, ein Jahr später wurde Ignatius zum Generalobersten der so genannten Jesuiten gewählt. Als Ordensregeln lagen die »Geistlichen Übungen« zugrunde, die Ignatius 1548 vollendete. (Die Grundgedanken für diese Übungen stammten aus seinem Jahr als Einsiedler.) Im Gegensatz zu anderen Orden waren die Regeln für die Jesuiten nicht so starr, z. B. gab es keine bestimmte Ordenstracht. Der Jesuitenorden breitete sich sehr schnell über die Grenzen Europas hin aus.
Als Ignatius am 31. Juli 1556 in Rom starb, hatte er bereits über 1.000 Mitglieder, und es gab Missionsstationen in Indien, Japan und China sowie auf dem afrikanischen und dem amerikanischen Kontinent. Ignatius von Loyola wurde 1609 von Papst Paul V. seliggesprochen, die Heiligsprechung folgte 1622 durch Gregor XV. Zu diesem Zeitpunkt war der Genuss des »Ignatiuswassers« – normales Trinkwasser wurde durch Gebet, Anrufen des Heiligen und Eintauchen geweihter Devotionalien gesegnet – bei Krankheiten, insbesondere bei Pestepidemien, bereits weit verbreitet. Dieser Brauch wurde 1866 von Papst Pius IX. (Seliger) offiziell anerkannt. Das monumentale Grab des Heiligen befindet sich in der 1587 fertig gestellten Jesuitenkirche Il Gesù in Rom.

Darstellung: im Jesuiten- oder Messgewand

Attribute: Regelbuch; Herz mit Christusmonogramm IHS, Kreuz und drei Nägel (Hingabe an Jesus); Teufel, Drache (Bekämpfung der Irrlehre);Weltkugel, Pilgerstab (weltweite Mission der Jesuiten)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010