Die Glocken
Nach dem Krieg hatte sich in Furtwangen nur eine kleine Glocke des Vorgängergeläutes erhalten. Diese war wohl durch die Glockengießerei Grüninger in Villingen gegossen worden. Die übrigen Glocken waren zu Rüstungszwecken im zweiten Weltkrieg vernichtet worden. Der Ersatz dieses Geläutes wurde in Furtwangen schon früh nach dem Krieg ins Auge gefasst. Die neuen Glocken sollten ursprünglich wieder durch die Glockengießerei Grüninger, inzwischen aufgrund von Kriegsschäden nach Neu – Ulm umgezogen, gefertigt werden. Dies war allerdings nicht mehr möglich, da die Gießerei im Laufe des Jahres 1951 Konkurs ging.
So fiel die Wahl der Gemeinde schließlich auf den Glockengießer Friedrich Wilhelm Schilling, der als Sohn der bekannten Apoldaer Glockengießerfamilie Schilling nach dem Krieg ab 1948 in Heidelberg eine Glockengießerei begründete. Für St. Cyriak goss der Meister folgend im Jahr 1952 ein neues Geläut aus fünf Glocken in einer mittleren Glockenrippe (Die Glockenrippe beschreibt grob gesprochen das Verhältnis der Wandstärke der Glocke zum Glockenton). Die neuen Glocken besitzen ein Gesamtgewicht von über 6,8t, wobei allein auf die große Christkönig – Glocke ein Gewicht von 3450kg entfällt. Das Geläut reizt dabei die Platzverhältnisse im Glockenturm bis aufs Äußerste aus.
Wie für ein Geläut für Schilling aus dieser Zeit zu erwarten ist auch das Geläut von St. Cyriak überaus klangvoll und besticht durch eine exakte Stimmung und beeindruckende Klangfülle. Dabei ist besonders die große Glocke, ihrer Aufgabe als Festtagsglocke angemessen, ein außerordentlich mächtiges und klangvolles Instrument, welche das Ensemble auf beeindruckende Weise nach unten hin abrundet. Ein Geläut eines Domes würdig, welches man in dieser Gravität vom auf den ersten Blick vielleicht eher schmächtig anmutenden Turm von St. Cyriak wohl nicht erwarten würde!
Bei der im Jahre 2019 durchgeführten Sanierung wurden alle Glocken an neue Holzjoche gehängt und mit neuen Klöppeln und teilweise neue Läutemaschinen ausgestattet. Bei der Intonation des sanierten Geläutes wurde besonderes Augenmerk auf einen möglichst ausgeglichenen Eindruck beim Läuten aller Glocken gelegt.
Autor: Benedikt Grammer


